Charakterstücke auf der Bremen Classic Motorshow

Motorrad-Sonderschau 2019 zeigt US-Bikes des 20. Jahrhunderts

Diese Maschinen sind anders: Schwer, lang, bullig und chromblitzend erscheinen sie in unserer Phantasie. Auch Tradition spielt bei US-amerikanischen Motorrädern eine Rolle, immerhin ist die Marke Harley-Davidson nun seit 115 Jahren am Markt. Aber sind US-Bikes tatsächlich so oder stellen wir uns das nur vor? „Unsere Sonderschau ‚Das Jahrhundert der Coolness – US-amerikanische Motorräder aus 100 Jahren’ soll Antworten geben, unterhalten und Ausnahmen von den Regeln zeigen“, sagt Frank Ruge, Projektleiter der Bremen Classic Motorshow. Rund zwei Dutzend Charakterbikes offenbaren von Freitag bis Sonntag, 1. bis 3. Februar 2019, in der Messe Bremen die Vielfalt der US-amerikanischen Motorradindustrie.

Die Marken Harley-Davidson und Indian dominierten einst die US-Szene. Neben Exponaten der beiden großen und prägenden Marken illustrieren in Bremen auch faszinierende Maschinen anderer Hersteller, die hierzulande wenig bekannt wurden, das „Jahrhundert der Coolness“.

Die USA sind das Land der großen Dimensionen und der weiten Wege. Daher mussten die Maschinen von Anfang an auch lange Strecken problemlos zurücklegen können. So wurden die Einzylinder der Urzeit zu Zweizylindern: Durch die Form der Rahmen und den Wunsch nach einem kompakten Kurbelhaus entstanden die klassischen V2 als naheliegende Bauart. Da Kraftstoffe billig waren und fiskalische Hemmnisse wie die europäische Hubraumsteuer nicht existierten, war das große Motorrad gesetzt.

Die US-Marke Indian Motocycle Co. in Springfield war bis in die 20er-Jahre das größte und innovativste Motorradwerk der Welt. Die Indian Twin von 1913 zeigt das überdeutlich. Konkurrent Harley-Davidson Motor Co. (H-D) sollte mit den „E“-Modellen bald danach mächtig in Fahrt kommen und nicht nur bei den legendären Cannonball-Rennen quer durch die USA Indian überflügeln. Das Modell 10E von 1914 ist in Bremen gleich doppelt vertreten: im Cannonball-Renntrimm und im Concours-Zustand.

Im Unterschied zu Europa waren in den USA seit den 20er-Jahren Automobile für viele Menschen erschwinglich. Das stellte die Hersteller vor die Aufgabe, faszinierende Bikes für echte Fans und robuste Maschinen für Behörden zu bauen. Nach dem Ersten Weltkrieg ergänzten Reihenvierzylinder das Angebot der US-Marken. Die „Fours“ von Ace, Indian und Henderson boten Laufkultur und Durchzug à la PKW verbunden mit der üppigen Kraftentfaltung eines großen Motorrades. In Bremen dabei sind: eine Indian Ace von 1928, eine Henderson KJ von 1930 und eine Indian Four Upside-down von 1937.

Schon in den späten 20er-Jahren jagten daher Cops auf US-Bikes Temposünder, jugendliche Sportler maßen sich an Berghängen oder auf Aschenbahnen, während Motorradclubs mit ihren US-Maschinen auf Tour gingen. So wurden die typischen V-Twins immer besser: Die rasante H-D Knucklehead etwa bereichert die Sonderschau, weil sie ab 1937 nicht nur der Indian Big Chief, sondern auch der Konkurrenz weltweit davonfuhr.

Als in den 50er-Jahren die Briten und seit Mitte der 60er die japanischen Marken den US-Markt eroberten, blieb nur Harley-Davidson. Mit neuen Baureihen sollten junge Kunden kommen. Zum Trendsetter wurde H-D mit serienmäßigen Custom-Bikes: mit an den Film „Easy Rider“ angelehnten Choppern und Low Ridern. Vorbild für andere Hersteller waren zwei Schmuckstücke der 17. Bremen Classic Motorshow: die flotte Sportster und die souveräne Electra-Glide. Gern nachgeahmt wurde aber auch das erste Custom-Bike, die Super Glide. Fazit: Die Company kam sicher ins dritte Jahrtausend.

Aufgrund von Baumaßnahmen rund um das Messegelände empfehlen die Veranstalter die Nutzung des Park & Ride-Parkplatzes am Flughafen Bremen. Messebesucher finden dort im Parkhaus 1 einen Stellplatz, im Navi einzugeben: „Fitzmauricestraße, 28199 Bremen“. Die Kosten pro Fahrzeug betragen 7 Euro pro Tag. Darin enthalten ist die ca. 15-minütige Fahrt mit der Straßenbahn zur Messe Bremen für alle Insassen.

Die Bremen Classic Motorshow findet statt von Freitag bis Sonntag, 1. bis 3. Februar 2019, in allen Hallen der Messe Bremen sowie der mobilen Halle 8. Die Hallen sind von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet 16 Euro.

Mehr Infos:www.classicmotorshow.de

Weitere Informationen für die Redaktionen:
MESSE BREMEN & ÖVB-Arena/M3B GmbH
Kristin Viezens, Tel. 04 21 / 35 05 – 4 44, Fax 04 21 / 35 05 – 3 40
E-Mail: viezens@messe-bremen.de; Internet: www.messe-bremen.de

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Charakterstücke auf der Bremen Classic Motorshow - Pressemitteilung

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Bremen Classic Motorshow 2019: Die 1914er Harley-Davidson 10E ist ein Highlight der Motorrad-Sonderschau „Das Jahrhundert der Coolness – US-amerikanische Motorräder aus 100 Jahren“.

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Die 17. Bremen Classic Motorshow vom 1. bis 3. Februar 2019 illustriert mit seiner Sonderschau in Halle 1 die Vielfalt der US-amerikanischen Motorradindustrie. Nicht fehlen darf dort Harley-Davidson mit seinem Modell 10E im Cannonball-Renntrimm.

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Ging einst beim Cannonball-Rennen quer durch die USA an den Start: Die Harley-Davidson 10E von 1914 ist vom 1. bis 3. Februar 2019 bei der Bremen Classic Motorshow in der Messe Bremen zu sehen.

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Detailaufnahme Harley-Davidson 10E (1914) im Cannonball-Renntrimm