Deutscher Meister – Europameister – Weltmeister

Bremen Classic Motorshow zeigt Rennlegenden von NSU und DKW

Man spricht noch heute davon, dass am 4. Juli 1954 die Fußball-Nationalmannschaft den ersten Weltmeistertitel nach Deutschland holte. Doch bis dahin stand ein Motorradrennfahrer im Rampenlicht von Kino-Wochenschauen, Rundfunk und Presse: Den Namen Werner Haas kannte jedes Kind. Am 25. Juli stellte der NSU-Fahrer mit dem fünften Grand-Prix-Sieg in Folge vorzeitig seinen dritten Weltmeistertitel im Straßenrennsport sicher. Im Vorjahr hatte er die Klassen bis 125 und 250 ccm Hubraum gewonnen, 1954 gelang ihm die Titelverteidigung bei den 250ern. Legendären Rennmaschinen wie Haas‘ NSU 125 Rennfox und ihrer Konkurrenz aus der Zschopauer DKW-Schmiede widmet die Bremen Classic Motorshow in der Messe Bremen von Freitag bis Sonntag, 5. bis 7. Februar 2021, eine eigene Sonderschau.

„Unter dem Titel ‚Deutscher Meister – Europameister – Weltmeister: Rennlegenden aus Neckarsulm, Zschopau und Ingolstadt‘ präsentieren wir erstmals einen kompletten Überblick zur Renngeschichte der Marken NSU und DKW“, kündigt Frank Ruge, Projektleiter der Bremen Classic Motorshow, an. Are 175, PRe 500, UL 500 und 700 aus der Zschopauer Rennabteilung werden ebenso gezeigt wie „Bullus“, Kompressor, Rennfox und Rennmax aus Neckarsulm. „Zum ‚Delphin‘ und ‚Blauwal‘ von NSU darf natürlich auch die ‚Singende Säge‘ von DKW nicht fehlen“, sagt Frank Ruge. Insgesamt 17 Werksmaschinen aus den Jahren 1926 bis 1956 werden in der Hansestadt vorfahren. Leihgeber sind die Audi AG – der Rechtsnachfolger der Marken NSU und DKW – und private Sammler.

NSU-Motorräder aus Neckarsulm fanden sich bereits zu Anfang des 20. Jahrhunderts im Sporteinsatz, zuerst lokal und wenig später auch international. Eine offizielle Deutsche Meisterschaft wurde erst 1924 gestartet, NSU war mit von der Partie. Mit DKW aus Zschopau setzte zu diesem Zeitpunkt eine neue Marke ebenfalls auf Werbung durch Sporterfolge und begann mit speziellen Rennmaschinen die kleineren Hubraumklassen zu dominieren. Ihre Zweitaktmotoren wiesen Wasserkühlung und eine Ladepumpe zur erheblichen Leistungssteigerung auf. Den Deutschen Meisterschaften für DKW am laufenden Band folgten ab 1927 Europameisterschaften. Allein diese summierten sich bis 1939 auf zehn Titel. Eine direkte Konfrontation suchten beide Hersteller in den 1930er-Jahren bei den Beiwagen-Gespannen, die DKW- und NSU-Werksteams fuhren speziell für sie aufgebaute Rennmodelle.

In Deutschland gingen die Prestige-Duelle noch einige Jahre weiter, doch ab 1951 mussten die Karten neu gemischt werden. Kompressor- und Ladepumpenmotoren waren in der seit 1949 ausgetragenen Weltmeisterschaft nicht erlaubt. Die Marke DKW – inzwischen nach Ingolstadt übersiedelt – hielt am Zweitaktprinzip fest, nun aber mit völlig neu entwickelten Ein-, Zwei- und Dreizylindermotoren. In Neckarsulm entstanden dagegen neue Viertaktmotoren. Beim ersten WM-Lauf in Deutschland, am 20. Juli 1952 auf der Solitude-Rennstrecke im Stuttgarter Westen, holten Werner Haas mit der NSU 125 Rennfox und Rudi Felgenheier mit der DKW RM 250 die ersten Grand-Prix-Siege.

Es sollten 19 weitere Siege, drei WM-Titel von Werner Haas, je einer von Hermann-Paul Müller und vom Österreicher Rupert Hollaus, ebenfalls auf NSU, sowie die Vize-Weltmeisterschaft von August Hobl 1956 auf der DKW 350 folgen. Eine deutliche Steigerung der Fahrleistungen wurde einerseits durch aufwändige Motorentechnik, andererseits aber auch mit aerodynamisch geformten Karosserien erzielt.

Die Bremen Classic Motorshow findet statt von Freitag bis Sonntag, 5. bis 7. Februar 2021, in allen Hallen der Messe Bremen. Aufgrund der Corona-Pandemie setzen die Veranstalter ein umfangreiches Sicherheits- und Hygienekonzept um. Dazu gehören unter anderem die Online-Registrierung im Vorfeld der Veranstaltung, der Ticketverkauf ausschließlich über die Website der Oldtimermesse, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, breitere Gänge sowie Lüftungsanlagen, die permanent für Frischluft in den Hallen sorgen. Aktuelle Informationen zur Veranstaltung und zum Hygienekonzept unter www.classicmotorshow.de.

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 Weitere Informationen für die Redaktionen:

MESSE BREMEN/M3B GmbH
Kristin Viezens, Tel. 04 21 / 35 05 – 4 44, Fax 04 21 / 35 05 – 3 40
E-Mail: viezens@messe-bremen.de; Internet: www.messe-bremen.de

DKW ARE 175

Die DKW Are 175 ist eine von 17 Werksmaschinen, die auf der Bremen Classic Motorshow gezeigt werden. Mit ihr fuhren die Zschopauer 1927 die Europameisterschaft in der 175-Klasse ein.
© M3B GmbH/Unternehmensarchiv AUDI AG

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Mit 17 Rennlegenden von DKW und NSU geht die Bremen Classic Motorshow 2021 an den Start: Zu sehen sind die 1954er Rennmax „Blauwal“ und die RM 350-3 in der Zweirad-Sonderschau in Halle 1. © M3B GmbH/Audi Tradition/Matthias Langscheid

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Einen kompletten Überblick zur Renngeschichte der Marken NSU und DKW präsentiert die Bremen Classic Motorshow ihren Besuchern vom 5. bis 7. Februar 2021 in der Messe Bremen. © M3B GmbH/Audi Tradition/Matthias Langscheid

UL 700 - Schuhmann, Beer 1937

Ebenfalls in Bremen dabei: die DKW UL 700, mit der Hans Schumann und Julius Beer 1937 unter anderem die Motorrad-Europameisterschaft in der Seitenwagenklasse gewannen. © M3B GmbH/Unternehmensarchiv AUDI AG

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